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Informationsanlass Gemeindefusion vom Dienstag, 22. Mai 2012
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SlowUp Solothurn-Buechibärg vom 10. Juni 2012
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Einwohnergemeinde Umwelt Ist Energiepolitik in der Gemeinde möglich?
Ist Energiepolitik in der Gemeinde möglich?

Das Energieversorgungsproblem und was lokal zu seiner Lösung getan werden kann.

Die Entwicklung der Erdöl- und der damit untrennbar verbundenen Heizöl- und Benzinpreise im vergangenen Jahr hat uns deutlich vor Augen geführt, dass sich das goldene Zeitalter des Erdölüberflusses definitiv dem Ende zuneigt. Wenn wir klug sind und das Menetekel an der Wand begreifen, haben wir noch 30-50 Jahre Zeit, um uns darauf einzustellen, dass Erd-ölprodukte zum Luxusartikel werden.  Wenn wir so weiter fahren wie bisher, werden kom-mende Generationen einen wirtschaftlichen Kollaps von katastrophalem Ausmass erleben. Um dies zu verhindern stehen uns drei Möglichkeiten zur Verfügung:
 
1. Effizienteren Einsatz der Energie:  Häuser, die vor 10-50 Jahre gebaut worden sind, sind ungenügend gegen Wärmeverlust im Winter gedämmt. Heute könnte man Minenergie-Häuser bauen, welche verglichen mit älteren Bauten für Heizung und Warmwasseraufberei-tung noch einen Bruchteil an Energie verbrauchen. Auch bei Lampen, Leuchten, elektrisch betriebenen Geräten in Haus und Garten hat die Technik in den letzten 10 Jahren ausserordentlich grosse Fortschritte gemacht. Sparlampen z.B. verbrauchen noch einen Fünftel der Energie der alten Glühbirnen. Autos, die weniger als 6 L / 100 km verbrauchen, sind weder lahme Enten noch Exoten. Grosse Heizanlagen für mehrere Häuser sind effizienter als kleine für jedes Haus. Bei Einzonungen sollten über entsprechende Zonen-vorschriften zentrale Heizanlagen gefördert werden.
 
2. Verwendung erneuerbarer Energiequellen:   Die Sonne bildet direkt oder indirekt nebst Erdwärme die wichtigste Quelle erneuerbarer Energie. Direkt kann Sonnenenergie durch Sonnenkollektoren für die Warmwassergewinnung oder durch Kombination mit Fotovoltaik auch zur Produktion von Elektrizität genutzt werden. Indirekt kann Sonnenenergie über Holz und Grüngut genutzt werden. Moderne Pellet- und Holzschnitzelheizungen sind ebenso bequem zu bedienen wie Heizöl betriebene Heizungen und haben vergleichbar gute Abgas-werte. Sonnenenergie ist zudem CO2-neutral. Es kann doch nicht sein, dass Holzschnitzel aus dem Bucheggberg für einen Schundpreis nach Oesterreich exportiert werden müssen, weil bei uns zu wenige Schnitzelheizungen vorhanden sind. Auch aus unseren Grünabfällen sollten nicht nur stofflich durch Feldrandkompostieren sondern auch energetisch in einer Biogasanlage genutzt werden. Wir klären gegenwärtig ab, ob eine Lösung mit der Compogas AG Gast in Utzenstorf in Zusammenarbeit mit Dick + Willi gefunden werden kann. Im Limpachtal haben Aetingen und die Berner Gemeinden schon diesen Weg gewählt und Messen prüft ebenfalls eine Lösung mit Utzenstorf. Auch Erdwärme wäre im Bucheggberg in vielen Fällen eine Lösung. Wasserkraftwerke in Kombination mit der Trinkwasserver-sorgungen oder Wärmekraftwerke an grossen Abwasserkanälen sind bei uns im Gegensatz zu Berggebieten und Städten keine Optionen.
 
3. Sparsamerer Energieverbrauch:   Wir verbrauchen speziell im Freizeitbereich zuviel Energie für Dinge, die nicht lebensnotwendig sind und auf die ohne Verlust an Lebensquali-tät verzichtet werden könnte. Der Freizeitverkehr beansprucht z.B. rund einen Drittel der Energie, welche für Verkehrsbedürfnisse benötigt wird.
 
Eine vierte Möglichkeit wäre natürlich, den Geburtenrückgang in den entwickelten Gesell-schaften positiv zu werten. Ob ein Kuchen auf 4 oder auf 8 Köpfe verteilt werden muss, macht bekanntlich einen Unterschied, der jedem Kind einleuchtet. Aber so lange wir glauben, unser Arbeitslosen- und Altersversicherungsprobleme nur durch Rohstoff fressendes Wirtschaftswachstum und Zuwanderung jüngerer Leute lösen zu können, steht diese Option nicht offen. Effizienterer und sparsamerer Energieeinsatz verbunden mit der Ausnützung aller verfügbaren Quellen erneuerbarer Energie reduziert auch den CO2-Ausstoss und leistet einen Beitrag zur Milderung des Klimaproblems.
 
 
Energiepolitik in der Gemeinde möglich oder utopisch?
 
Was hat dies nun alles mit einer Energiepolitik auf Ebene der Gemeinde zu tun? Die Konfe-renz der Präsidentinnen und Präsidenten der Umweltkommissionen im Bucheggberg hat sich darüber Gedanken gemacht und eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Als Ergebnis kristallisierten sich zwei Stossrichtungen heraus: Auf lokaler Ebene Energiepolitik zu treiben steht hauptsächlich in der Möglichkeit der Privaten. Dass diese Möglichkeit noch zu wenig ausgeschöpft wird, ist nicht mangelndem gutem Willen zuzuschreiben sondern mangelndem Wissen. Um diesem Umstand abzuhelfen, hat die Arbeitsgruppe beschlossen, am Donnerstag, den 26. März 2009 um 19.30 Uhr im Restaurant Kreuz in Mühledorf einen Abend zum Thema „Energie effizienter einsetzen“ zu organisieren. Fachleute werden uns über die Möglichkeiten im Hausbau und bei Haus-sanierungen, über Ersatzmöglichkeiten fossiler Energie durch Solarenergie, Erdwärme oder Holz, über energiesparende Geräte in Haushalt und Garten sowie über finanzielle Unterstützung durch Bund und Kanton informieren. Reservieren Sie sich bitte diesen Termin.
Aber auch die Gemeinden haben durchaus Möglichkeiten, eine aktive Energiepolitik zu betreiben: Über 150 Städte und Gemeinden in der Schweiz tun dies und haben das Label „Energiestadt Schweiz“ erworben; darunter sind die Solothurner Städte und Gemeinden Grenchen, Solothurn, Zuchwil, Oensingen und Olten. Voraussetzung für den Erwerb dieses Labels ist, dass die Gemeinde mindestens 50% jener Massnahmen realisiert hat, die in Zusammenarbeit und unter Beratung von Fachleuten des Vereins „Energiestadt Schweiz“ erarbeitet worden sind. Es wäre sinnlos, wenn jede Bucheggberger Gemeinde für sich dieses Label anstreben würde. Die Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten der Umweltkommissionen des Bucheggberges versucht deshalb, über die Vereinigung der Gemeindepräsidentinnen und –präsidenten des Bucheggberges (VGGB) zu erreichen, dass die Bucheggberger Gemeinden als „Energiestadt Region Bucheggberg“ das Label anstreben. Das Projekt konnte an der Sitzung der VGGB am 26.11.2008 vorgestellt werden.
Wir hoffen, dass im Laufe des Jahres 2009 die zustimmenden Beschlüsse der Gemeinden zustande kommen. Der Beitritt zu „Energiestadt Schweiz“ hätte eine ganze Reihe von Vorteilen: 
-          Wir bekämen bei der Erarbeitung des Massnahmenkatalogs für ca. Fr. -.30 pro Einwohner fachliche Unterstützung und Beratung durch lokale Fachleute des Vereins Energiestadt Schweiz
-          wir könnten in den regelmässig stattfindenden Treffs von den Erfahrungen der Ener-giestädte in der Umgebung profitieren
-          wir könnten die mannigfaltigen lokalen Anstrengungen in den einzelnen Bucheggberg Gemeinden für alle andern zugänglich und fruchtbar machen. Es hat sich gezeigt, dass in verschiedenen Bucheggberger Gemeinden schon einiges in Gang gekommen ist.
-          „Energiestadt Region Bucheggberg auf dem Weg“ bekäme als finanzielle Unterstützung vom Kanton Mittel in der Grössenordnung von Fr. 10'000.-
-          wir könnten Erfahrungen sammeln, wie eine Zusammenarbeit unter kleinen ländlichen Gemeinden jenseits von Zweckverbänden und Gemeindefusionen zum Funktionieren gebracht werden kann.
 
Wir sind es den kommenden Generationen schuldig, dass wir mit den endlichen Ressourcen unserer Erde sparsam umgehen und ihnen nicht nur die Abfälle unserer Tätigkeit zum Hüten überlassen. Machen wir uns auf den Weg, solange es noch Zeit ist!
 
 
30.11.2008                                                                                        Hans Neeracher
 

 
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